Montag, 20. Oktober 2008
Gar nicht verhinderter Kunstklau
Aus der Herrentoilette der HGB scheinen sich nachts desöfteren Menschen mit einem Sprung aus dem Fenster zu flüchten.

Als wir am Sonnabend zu dritt eine über Dritte aufgetane Party in jener Hochschule suchten, fiel in den alten Gemäuern eine Tür nach der nächsten ins Schloss. Natürlich waren jene von außen zu öffnen, nur eben von innen nicht. Eine chaotische Odyssee durch die 50 Meter hohen Gänge bahnte sich an. "Nightwatch" und "Immer nie am Meer" waren die ersten cineastischen Referenzen, die mein leicht entrücktes Oberstübchen in diesen Momenten tangierten.

Der Adrenalinspiegel hielt sich während der eingesperrten Phase euphorisierend die Waage mit dem des Blutalkohols. Beschwipst wurden alte Plastikkarten gezückt, abgebrochen und für untauglich zum Öffnen schwerer Holztüren befunden. Ein kindliches "Wir sind bald draußen, wir wissen nur noch nicht wie" bestimmte die leicht angetrunkene Sentenz.

Es fielen nachweislich Sätze wie
"Hier ist ein Notrufknopf, den können wir immer noch drücken",
"Mit der Karte hab ich neulich meine Wohnungstür aufgekriegt" sowie
"Ich hab gerade gedacht, bis morgen halten wir es hier schon aus, aber morgen ist ja Sonntag".

Nun ja, besagtes Herrenabort im Hochparterre hatte ein zu öffnendes Fenster. Drei Menschen plumpsten daraus mit leicht zittrigen Knien gen Innenhof. Eine Handvoll anderer fremder Menschen huschte während unserer verwirrend choreografierten Performance ohne jeglichen Kommentar an der Szenerie vorbei. Sogar quer durch unsere vorausberechnete Plumpsparabeln liefen sie, ohne mit der Wimper zu zucken.

Kann also sein, dass in der HGB nichts mehr zu holen ist, was einen Einbruch wert wäre. Vielleicht ist aber auch absichtlich Tag der halboffenen Tür gewesen, um die ganzen angetrockneten Leinwände endlich mal los zu werden.

Uns leitete derweil nur ein Anspruch: Wir wollten wirklich nur wieder raus. Also, lieber HGB-Hausmeister, das offene Klofenster geht auf unsere Kappe.

(Die nachfolgende Geschichte mit der brennenden Jacke im Cafe Mono verschweige ich lieber.)

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Montag, 13. Oktober 2008
Schiffbruch (updatiert)


Ist etwa ein Datenleck in Telekom-Ausmaßen aufgetreten? Oder hat die Hilfskraft den süßen Brei aufgesetzt? Mal schaun.

Geschaut: Das gesamte "BHZ" war wohl heute morgen ohne Strom. Das hatte zur Folge:

a) Notstromversorgung für Justiz, Polizei und Mensaq

b) daher weitgehend kalte bis lauwarme Küche in der Mensa. So wurde das Putensteak Waliser Art in ein Putensteak mit Kartoffelsalat umfunktioniert (Der Preis wurde übrigens von 2,50 auf 1,70 Euro reduziert). Spaghetti und Griesbrei wurden derweil lauwarm bekommen.

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Sonntag, 5. Oktober 2008
"(D)ie vom Wirtschaftsteil können mich allmählich mal."
Peter Richter (FAS-Feuilletonist), der Vagabund:

"Die Finanzkrise hat Deutschland erreicht. Alle drehen komplett durch. Und mein Gefühl dabei ist Ohnmacht, also tiefe Ruhe."

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Mittwoch, 1. Oktober 2008
Sie liest sie alle.*
Warnung: Der hier gefundene und unten verlinkte Beitrag enthält ein 46-sekündiges Video, welches eine gut geschminkte Frau und Sarah "Heartbeat" Palin zeigt. Nur für den Fall, dass sich vor dem Klick bereits Stellvertreterscham in bedrohlichem Ausmaß einstellt.

Sarah Palin, auf die Frage, welche Presseerzeugnisse sie für gewöhnlich während ihrer gewöhnlichen Tätigkeit als Hockeymom konsultiert hat: "Um, all of them."

*Alle in Alaska erhältlichen Zeitungen und Zeitschriften.

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Montag, 22. September 2008
De Achdnseschsdschor
Geschubse und Gedrängle gab es gestern Abend um die rund 666* blauen Bändchen für die umsonst-und-drinnen-Veranstaltung am Tag der offenen Tür im Schauspielhaus neuen alten Centraltheater. Sogar die Garderobiere beglückwünschte einen, als man ihre Frage "Ham se denn' so'n Bändch'n?" bejahte. Der ältere Theater-Sicherheitsmann ein paar Schritte weiter wähnte sich angesichts der Horde drängelnder erwachsener Menschen im falschen Film.

Einige Hundert ältere Studenten mussten derweil draußen bleiben, mindestens zweihundert dieser Spezies wurden auch ohne blaues Babier-Bändchen irgendwie noch reingequetscht. Damit das Chaos Programm sein konnte.

Bei Rainald. Grebe. Und Kapelle (dV). Zweieinhalb Stunden. Sauerstoffmangel. Ungelenk auf Stühlen sitztanzende Alt-68erinnen. Jubel, so richtig frenetischer. Drei Zugaben. "Brandenburg"-Wünsche, unerhörte. Zur Freude aller Anwesenden investierte Steuergelder:"Achtung, Achtung, hier spricht Jesus Christus. Glauben Sie nicht, was Ben Becker über mich erzählt!"

Womit das ereignisreiche Wochenende ganz offiziell seinen Schwerpunkt an einer bestimmten Straßenkreuzung hatte.

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*No pun intended: Laut Wikipedia die Zahl der Sitzplätze im großen Saal des CTs.

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Samstag, 20. September 2008
Auf 'nen Kaffee
Die Luise freut sich derzeit über eine ganz spezielle geschlossene Gesellschaft. Eine große ausladende geschlossene Gesellschaft. Die Kreuzung Gottschedstraße/Bosestraße ist de facto dicht. Eine belederte Wand aus Muskeln und bösen Blicken schirmt die auf dem Freisitz dinierenden großen Tiere ab. Die Hells Angels sind mit einem Großaufgebot zu Gast.

Die nicht gerade schmächtigen Harleyfahrer haben gegenüber der Luise auch gleich einen Grill aufgebaut und brutzeln in aller Seelenruhe ihre Bratwürstchen. Motorräder sind kaum welche zu sehen, dafür ein Dutzend dicke schwarz-metallic Oberklassenlimousinen mit auswärtigen großstädtischen Kennzeichen. "Hannover" steht auf einer der Jeans-Kutten, auch das Leipziger "Charter" ist mit ein paar Hiwis am Start.

Eine Einsatzhundertschaft in Schildkrötenoutfits guckt sich das ins surreale tendierende Geschehen derweil aus rund 100 Metern Entfernung an.

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Sonntag, 31. August 2008
Der erste Online-Tote!
Neulich gab es für SPD-Generalsekretär Hubertus Heil, der vom Parteitag der Demokraten in Denver twitterte, böse und hämische Watschn aus München und Hamburg.

A propos Twitter-Bashing.





Vielleicht beantwortet uns das Zeitgeschichtsportal des "ehemaligen Hamburger Nachrichtenmagazins" (Fefe) noch beim nächsten Twitter-Update, auf welcher Website er denn gefunden wurde und auf welcher er begraben liegt.

Primärquelle.

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