Donnerstag, 15. Juni 2006
Gelebter Patriotismus
Essen 2: Hähnchenschnitzel nach Art von Trinidad und Tobago (die Köche hatten eine Früchtesauce gemacht) mit Pommes Chips und Vanille-Eis



Gerade habe ich hier im beschaulichen Schleußig, dem Stadtteil mit der höchsten Bioladendichte und den meisten Stimmanteilen für die Grünen in Leipzig, die erste Autofenster-Deutschlandfahne gesehen. Es war ein Opel und da würde es interessieren, ob sich die Opel-Blogger auch schon so ein Ding ins gesponserte Astra-Fenster gehängt haben. Wahrscheinlich haben sie in jedem Fenster eine.
Wie dem auch sei, im Kontrast zu dem Patriotismus-Popel-Hobel parkten daneben die üblichen Renault Kombis mit Kindersitzen. Im Wagen links von der Rüsselsheimer Patriotenkutsche wurden dem Autoaufkleber nach Tilman und Lone kutschiert, wahrscheinlich regelmäßig von der Eurythmie zum Geigenunterricht und dann zum Töpfern.
Das Töpfern führt mich zu Herrn Jägerschnitzel, dem Nationalismus-Beauftragten des Mensa-Blogs. Herr Jägerschnitzel ist nicht nur dem Namen nach ähnlich deutsch wie der Jägerzaun oder eine panierte Wurstscheibe, er will es auch zeigen. Damit er seinen weltmeisterschaftinduzierten Patriotismus auch ausleben kann, bekam er heute von Graf Koks ein schwarz-rot-goldenes Winkelement geschenkt. Dies hat er dann in Gesäßnahe in seine Jeanshosentasche gesteckt und trug es stolz spazieren. Den Ironievorbehalt seiner Fahnenhalterung hat er, glaube ich, nicht entdeckt.

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